23. Juli 2026
Raten oder leer lassen? Die richtige Strategie bei Multiple-Choice-Tests
Die Zeit läuft ab, drei Aufgaben sind noch offen, und du hast keine Ahnung. Ankreuzen oder leer lassen? Diese Frage stellt sich in fast jedem Eignungstest. Die Antwort ist meist eindeutig – aber nicht immer. Hier erfährst du, wann sich Raten lohnt und wie du deine Chancen dabei erhöhst.
Die Grundregel: Gibt es keinen Abzug, immer ankreuzen
In vielen Tests kosten falsche Antworten keine Punkte – zum Beispiel in der Deltaprüfung in Mannheim und im Kerntest des TestAS. Dann ist die Sache klar: Eine leere Antwort bringt sicher null Punkte, eine geratene Antwort vielleicht einen. Es gibt keinen Grund, etwas leer zu lassen.
Ein Rechenbeispiel: Bei vier Antwortmöglichkeiten triffst du durch reines Raten in etwa jedem vierten Fall. Bleiben am Ende zehn Aufgaben offen, holst du durch Raten im Schnitt zwei bis drei Punkte – ohne jeden Aufwand. Das kann über Bestehen oder Nichtbestehen entscheiden.
Besser raten: erst ausschließen
Noch mehr bringt es, wenn du vorher eine oder zwei Antworten ausschließen kannst. Bei vier Antworten steigt deine Trefferchance von 25 % auf 33 %, wenn du eine streichst – und auf 50 %, wenn du zwei streichst. Typische Hinweise auf falsche Antworten:
- Bei Rechenaufgaben: Das Ergebnis hat die falsche Größenordnung oder die falsche Endziffer.
- Bei Sprachaufgaben: Das Wort passt grammatisch nicht in den Satz.
- Bei Logikaufgaben: Die Antwort widerspricht einer Regel, die du schon sicher erkannt hast.
Wann du vorsichtig sein solltest
Manche Tests ziehen für falsche Antworten Punkte ab (sogenannter Malus). Dann lohnt sich blindes Raten nicht unbedingt. Wenn du aber eine oder zwei Antworten sicher ausschließen kannst, ist Raten oft trotzdem sinnvoll. Ob es einen Abzug gibt, steht in der Anleitung – lies sie deshalb immer genau, bevor du anfängst.
Sonderfall: adaptive Tests
In adaptiven Tests wie der Deltaprüfung der DHBW oder dem Computertest der Bundeswehr musst du jede Aufgabe beantworten, um weiterzukommen – und du kannst nicht zurück. Hier geht es weniger um die Frage „raten oder nicht“, sondern darum, dich nicht festzubeißen. Wenn du nach ein bis zwei Minuten keine Idee hast, schließ aus, was du kannst, entscheide dich und geh weiter. Warum schwere Aufgaben in solchen Tests ein gutes Zeichen sind, erklären wir in Adaptive Tests verstehen.
Zeitmanagement: Raten einplanen
- Leichte Aufgaben zuerst: In vielen Tests werden die Aufgaben innerhalb einer Gruppe schwerer. Sichere dir zuerst die leichten Punkte.
- Überspringen und markieren: Wo es erlaubt ist, überspring schwierige Aufgaben und komm später zurück.
- Letzte Minute: Behalte die Uhr im Blick und kreuze kurz vor Schluss alle offenen Aufgaben an.
- Auf dem Antwortbogen sauber markieren: Bei Papiertests zählt nur, was auf dem Bogen steht.
Fazit
Ohne Punktabzug gilt: nie etwas leer lassen. Mit Punktabzug: erst ausschließen, dann entscheiden. Und in adaptiven Tests: nicht festbeißen. Am meisten Punkte holst du aber natürlich, wenn du gar nicht raten musst – weil du die Aufgabentypen vorher geübt hast. Mehr Tipps für den Testtag findest du in Prüfungsangst: 8 Strategien gegen Nervosität und In 4 Wochen fit für den Eignungstest.
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In unseren Kursen trainierst du jeden Aufgabentyp mit Lösungsweg und schreibst am Ende eine Prüfungssimulation unter Zeitdruck. So merkst du schon vorher, wie viel Zeit du pro Aufgabe hast und wann es Zeit ist, eine Entscheidung zu treffen.